Archive for October, 2010

Einsatz: Wohnhausbrand mit schwerverletzter Person

Datum:
27.10.2010 um etwa 20:13
Melderdurchsage:

Wohnungsbrand in Rechtenbach mit Menschenleben in Gefahr
Einsatz:

Gerade war die Pizza in den Ofen geschoben worden als der Melder auf ging. Aufgrund der Melderdurchsage war höchste Eile geboten und es ging ohne “Über Los” zu gehen direkt Richtung Gerätehaus. Aufgrund dessen das wir durch die Umstände wirklich sehr schnell unten am Gerätehaus waren, war es verwunderlich das der ganze Parkplatz schon voll war und das HLF auch fast komplett besetzt war. Da mein Bruder und ich aber AGT Träger sind haben wir doch noch einen Platz auf dem Auto gefunden und sind dann direkt losgedüst. Am Einsatzort selbst fanden wir ein Wohnhaus vor, in welchem es brennen sollte und wohl auch noch Personen drinnen waren. Nachdem der Angriffstrupp fertig ausgerüstet war haben wir uns ebenso fertig gemacht und sind dann auch direkt in das Haus gegangen. Im unteren Stockwerk haben wir eine Wohnung mit geschlossener Türe vorgefunden, welche ersteinmal Fachmännisch auf dem schnellsten Weg geöffnet wurde.^^ Innerhalb der Wohnung war der Rauch schon so dicht das man kaum etwas sehen konnte und die Rauchgrenze ging bis etwa auf Kniehöhe. Somit ging es auf dem Boden erst einmal vor, die vermissten Personen zu suchen. Als ich in der Küche ankam war dort auch der Brandherd in Form von Überresten einer Dunstabzugshaube zu erkennen. Es waren aber so gut wie keine Flammen mehr vorhanden. Zur Sicherheit wurden trotzdem erst einmal die Rauchgase an der Decke herunter gekühlt, damit es nicht zum berühmten Flash Over kommt bevor es an das eigentliche Löschen ging. Zwischenzeitlich wurde aber in einem anderen Raum der Wohnung eine Person gefunden welche dann direkt aus dem Gefahrenbereich gebracht wurde um an den Rettungsdienst übergeben zu werden. Nachdem die erste Person gerettet wurde und das Feuer aus war stellte sich heraus, das im oberen Bereich des Hauses die anderen beiden Personen in einem sicheren Raum waren. Da dieser Bereich nicht so stark verraucht war, waren die Personen somit erst einmal in Sicherheit und es konnten Überdrucklüfter für die Belüftung eingesetzt werden. Nachdem die Nachlöscharbeiten beendet waren sowie das Haus entraucht war, wurden auch die Personen aus dem oberen Stockwerk hinunter gebracht. Der Einsatz war nun mehr oder weniger Beendet. Weitere Einzelheiten möchte ich hier auch nicht schreiben.  In den unten angehängten Zeitungsartikeln sollte genug stehen! 
Sonstiges:
Aufgrund der Melderdurchsage wusste ich, dass dieser Einsatz nichts wirklich “schönes” werden konnte. Nur durch unser schnelles Eingreifen konnten wir die Person lebend aus der unteren Wohnung des Hauses retten und erst einmal an den Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben. Das ist wohl auch das wichtigste und mal wieder die beste Bestätigung wofür das ganze Üben und Abschuften gut ist. Der Einsatz selbst lief soweit ohne weitere Probleme ab. Da ich selbst direkt vorne mit dabei war kann ich den übrigen Kameraden welche auch AGT-Träger sind, nur wärmstens ans Herz legen soviel Übungen wie möglich unter Realbedingungen zu machen (Brandcontainer, Übungsstrecke mit Nebel, Verdunkelte Masken..), da ihr nur auf diese Weise möglichst gut auf solche Einsätze vorbereitet seid. Auch wenn der eigentliche Einsatzort nicht sonderlich groß gewesen ist, war es doch wichtig sich an die Grundtechniken wie z.B. Absuchmethode, Flashovervorbeugung usw zu halten, damit nichts schlimmeres passiert. Auch meine Helmlampe hat sich dieses mal wieder mehr als Bezahlt gemacht und an dieser Stelle würde ich auch Vorschlagen solche Lampen zumindest für die Angriffstrupps als Standardausrüstung vor zu sehen. Auch wenn damit keine Handlampe ersetzt wird hat man beim Absuchen eines Raumes oder beim Arbeiten mit dem Strahlrohr doch deutlich mehr Licht. Als letztes möchte ich nur noch eines los werden… Kameraden, das war gestern perfektes Teamwork! Wir haben ALLE unser bestes gegeben und können nun nur noch hoffen das es der Person bald wieder besser geht.
Grüße:
Grüße gehen dieses mal raus an den Henrik und die Anna sowie den Maxe. Danke für die Spareribs 😉
Anhang:
Zeitungsbericht 1 aus der WNZ 27.10.10
Zeitungsbericht 2 aus der WNZ 28.10.10 (Webseite)
Zeitungsbericht 1 aus dem Gießener Anzeiger 28.10.10