Einsatz: Misthaufen/ Habt ihr mal ne halbe Stunde Zeit?

Datum:
25.11.08 um ca 17:45
Melderdurchsage:
Für mich persönlich keine, da es erst ein „interner“ Einsatz war, später dann technische Hilfeleistung ohne Dringleichkeit.
Einsatz:
Es war etwa 17:45 und ich wollte gerade meinen Bruder in die Fahrschule fahren, als sein Handy klingelte. Der Wehrführer… „Hier Jungs, habt ihr mal ne halbe Stunde Zeit?! Auf nem Bauernhof brennt ein Misthaufen, kleiner interner Einsatz“. Und da wir beide ja immer eine halbe Stunde für die Feuerwehr haben ging es also ab zum Gerätehaus. Dort angekommen warteten wir einen Moment und fuhren dann mit dem HLF und 1/4 Besatzung raus. Am Bauernhof angekommen war der Misthaufen schon bisschen am rauchen. Da es an der Reithalle eine 30k Liter Zisterne gab konnte nach kurzen Umbaumaßnahmen direkt mit den „Löscharbeiten“ begonnen werden. Somit sind mein Bruder und ich als Angriffstrupp direkt mit dem 1. Rohr vorgegangen. Unterstützt wurden wir dabei vom Ralf Kinzenbach und seinem Bagger. Doch nach kurzem Baggern im Mist war klar das die Sache mit den paar Leutchen nicht erledigt ist. Also wurde der Rest von Rechtenbach mit dem Melder nachalarmiert. Später kam noch Hüttenberg hinzu um lange Wegestrecke für die Wasserversorgung zu legen. Von der Schule aus hoch bis zum Ludwigshof (Mehr als 1km B-Schlauch!). Als die Wasserversorgung voll stand und es wieder Wasser gab(1te Zisterne haben wir leergesaugt und die 2te war defekt) konnten die Löscharbeiten mit erstmal 3 Strahlrohren fortgesetzt werden. Der „kleine Einsatz“ hat sich also zum Großeinsatz entwickelt. Spätestens als alle Atemschutzgeräteträger abgerufen wurden war es klar das es wohl eine lange Nacht werden wird. Es wird ja gemunkelt, dass ich ziemlich scharf auf Einsatz unter Atemschutz bin und somit, war es auch klar, wer mit im ersten PA-Trupp dabei ist 😉 . Nachdem wir uns also umgezogen hatten gingen die Lösch-/Kühlarbeiten nun auch auf der anderen Seite voll los. Von einer erhöhten Plattform aus wurden die Brandnester ausgemacht und der rausgebaggerte Mist gekühlt. Mit einem LKW wurde der Mist dann weggefahren. Das ganze dauerte so lange da der Haufen 1. extrem groß war (Die ganze Mistplatzfläche fasst voll rund 5000Kubik!) und 2. der ganze Haufen auseinander genommen werden musste, damit es nicht wieder anfängt zu brennen. Um 2 Uhr Nachts kam dann endlich der Funkspruch mit den Worten „Einsatzende“. Nach den groben Aufräumarbeiten und dem erneuten Aufrüsten der Fahrzeuge war ich dann um kurz vor 4 endlich im Bett. Das die Schule somit am Mittwoch ausgefallen ist war ja dann auch klar 😉 Allein 2 Stunden unter PA geben ihren Rest dazu.
Sonstiges:
Ich denke der Bericht war mal wieder sehr ausführlich. Was es sonst noch zu erwähnen gibt, ist das wir ohne den Bagger wohl oder übel aufgeschmissen gewesen wären. Nur durch seine Arbeit konnten wir an den eigentlichen Brandherd im inneren des Haufens gelangen und auch den Rest abtransportieren bzw kühlen. Insgesamt haben wir bei dem Einsatz 20Flaschen für die Atemschutzgeräte verbraucht. Da wir aber nicht so viele Atemschutzgeräteträger waren, war jeder rund 2x im Einsatz. Die Einsatzzeit unter PA betrug dabei meistens etwa eine Stunde, da wir ja fast nur standen und somit kaum Luft verbraucht haben. Am Ende kamen bei mir also 2 Stunden unter Atemschutz raus. Doch nach der 2ten Einsatzzeit unter Atemschutz sind dann die Kräfte merklich gesunken. Es war ja auch schon weit nach 12 😉 . Zum Glück gab es aber während des gesamten Einsatzes einen Aufwärmraum mit Getränken und der berühmten Rechtenbacher S4 (S4= Versorgung). Unter Rechtenbacher S4 versteht man Versorgung bestehend aus mindestens 2 Sorten Wurst sowie Brötchen und Obst. Allgemein bleibt zu sagen dass es für die eigentliche „halbe Stunde“ doch ein recht spannender Einsatz war, auch wenn es wortwörtlich eine ziemliche Scheiße mir der Scheiße gewesen ist 😀 . Aber auch so lässt sich mal ein Dienstagabend unter Kameraden verbringen.

 

haufen

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